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Mo., 21.05.2018, 13:07
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Ausflug der D/E-Mädels nach Großalemerode an der Werratalsperre

Ursprünglich wollten wir zum Turnier nach Grebendorf fahren. Dort sollte sich wie in den Jahren zuvor ein hochkarätig besetztes Starterfeld einfinden. Leider fiel das Turnier kurzfristig aus. Alle Vorbereitungen und Hotelbuchungen waren jedoch schon getätigt, so dass sich der Tross aus Sandhausen dennoch auf den Weg nach Großalmerode aufmachte. Dort hatten wir ein ganzes Hotel für uns gebucht und ein Freundschaftsspiel gegen die dortige Mädchenmannschaft organisiert. Eines vorweg. Es wurden 4 wunderschöne Tage, an denen sich die Mannschaft und die mitgereisten Eltern köstlich amüsierten. Allerdings gestaltete sich die Fahrt sehr langwierig. Nach gefühlten 100 Stopps und fast 5 Stunden Fahrt kamen wir im Hotel an. Die Zimmer waren rasch aufgeteilt und man konnte sich von der anstrengenden Fahrt ausruhen. Bevor es zum Abendbuffet ging, hatten die Kids und Erwachsene Gelegenheit sich in der hoteleigenen Minibowlingbahn die Zeit zu vertreiben. Unsere Anna nahm die Gelegenheit wahr den Trainer heraus zu fordern. Und tatsächlich gelang es ihr mehr Kegel umzuwerfen als der Trainer. Peinlich für den Coach, aber verdient für unsere Anna. Danach wurde es festlich. Das Buffet wurde unter dem Motto „schicke Kleidung“ eröffnet. Und tatsächlich sah man die Mädels und Mütter in schönen Kleidern und hohen Schuhen und die Männer im Anzug oder feinen Zwirn. Ein herrlicher Anblick.

Nachdem das Buffet keine Wünsche offen ließ war der gemütliche Teil des Abends angesagt. Beim beliebten Würfelspiel „Mäxl“ taten sich wahre Abgründe der Durchtriebenheit einiger Teilnehmer/innen auf. Ein langer aber auch lustiger Tag ging zu Ende.

Für den nächsten Tag war der Klettergarten in Eschwege angesagt. Das Frühstück war daher nicht nur zur Freude aller schon um 8.30 Uhr angesetzt. Im Klettergarten angekommen war man sehr überrascht über die gelungene Integration der Kletterparcours in die Umgebung des Waldes. Nach einer ausführlichen Einweisung in die Parcours und in die Handhabung der Karabinerhaken machten sich Kinder und Erwachsene auf den Weg. Für einige war es Neuland, aber gemeinsam wurde Hürde um Hürde bezwungen. Besonders die Kleinste, unsere Clara, kletterte wie ein Äffchen in den Bäumen. Auch Sophie, Kim und ihre Mutter Anja, die alle zum ersten Mal kletterten, überwanden jedes Hindernis mit Bravour. Harald, der normalerweise auf keine Leiter steigt, war zum Schluss sogar gemeinsam mit Jutta bereit, die höchste Stufe des Parcours auszuprobieren. Beide ließen sich aus höchster Höhe mit einer Rolle voll in ein gespanntes Netz knallen. Toll gemacht.

In einer kurzen Schrecksekunde sahen alle plötzlich Anna frei über dem Abgrund schwebend neben einer Brücke baumeln. Was nun? Wer Anna kennt, weiß, dass sie sich wegen so einem Missgeschick nicht aus der Ruhe bringen lässt. Sie versuchte sich am Seil hoch zu ziehen, klammerte sich an die Brücke, versuchte immer wieder rauf zu kommen. Zwischenzeitlich wollte ein Coach des Klettergartens zu Hilfe eilen. Aber unsere Anna, angefeuert von allen Teilnehmern, gelang es vorher noch, sich mit einer großen Kraftanstrengung auf die Brücke zu ziehen. Der Jubel war riesig. Toll gemacht.

Nun mussten die Mädels sich beeilen zurück ins Hotel zu kommen, weil für den späten Nachmittag ein Freundschaftsspiel gegen Großalmerode angesagt war. Allerdings wurde der Begriff Freundschaftsspiel sehr unterschiedlich ausgelegt. Die Gegnerinnen gaben Gas, als ob es um ihr Leben ging. Unsere Mädels mussten sich mächtig dagegen stemmen, um nicht unter die Räder zu kommen. Trotz der Anstrengungen im Klettergarten machten sie ihre Sache gut. Vor allem Sina fand in der zweiten Halbzeit wieder zu alter Spielstärke zurück. Sophie rannte während des gesamten Spiels unermüdlich gegen das gegnerische Tor an und hatte sich dabei mehrere gute Möglichkeiten erarbeitet, die aber von der Torfrau vereitelt wurden. Auch Lea ging voll zur Sache und hatte gute Chancen zur Führung. Anna spielte in der Offensive und konnte immer wieder den Ball erobern und nach vorne treiben. Maike verteilte die Bälle wie gewohnt. So stand es 0:0 in der Halbzeit. In der zweiten Hälfte wurde das Spiel zusehends ruppiger. Kim und Hannah mussten massiv gegen die wild anrennenden Stürmerinnen eingreifen, was sie auch sehr gut taten. Ein brutales Foul an Maike war aber dann der negative Höhepunkt. Ohne Chance auf den Ball trat ihr eine Spielerin voll in die Beine. Das war sehr schmerzhaft. Dennoch machte sie nach einer Pause weiter, konnte aber nicht mehr so eingreifen, wie wir es von ihr gewohnt waren. Dafür war dann kurz vor Schluss Hannah B. zur Stelle. Unsere Mädels hatten sich auf der rechten Seite mehrfach den Ball erkämpft, so dass dieser in den Strafraum gespielt werden konnte. Mit einer reaktionsschnellen Bewegung beförderte Hannah den Ball 20 Sekunden vor Schluss an der Torhüterin vorbei ins Netz. Glückwunsch zu diesem Tor. Die Gegnerinnen ärgerten sich schwarz über diesen Treffer.

Erschöpft ging es dann zurück ins Hotel, wo kurz darauf die Taxis warteten, um uns zum Hüttenabend zu fahren. Nach dem anstrengenden Tag war großer Hunger angesagt. Bei Spanferkel und anderen auf dem Holzkohlegrill zubereiteten Leckereien wurde kräftig zugegriffen bis alle satt waren. Die Damen konnten noch einige interne Gespräche mit dem Holzmichel führen, was den Abend dann noch lustiger machte. Zurück im Hotel war wiederum Mäxl angesagt, allerdings diesmal mit anderen Gewinnern. Interessanterweise wurde mir dann von einer Mutter vermittelt, dass der Wirt gerne das Frühstück später machen wollte, weil Kommunion in Großalmerode sei. Der Coach willigte ein, merkte aber viel zu spät, dass auch in Hessen weder samstags noch im Juni Kommunion sein kann. Das wird noch ein Nachspiel haben.

Für Samstag hatte man sich ein ruhigeres Programm ausgesucht. Bei Sonnenschein, aber starkem Wind fuhren alle an den Werrasee. Dort fand man eine Wiese und auch windgeschützte Ecken, an denen man sich von den Tagen zuvor herrlich erholen konnte. Eine schöne Boulebahn lud zum Spielen ein und es entspann sich gleich ein interessanter Wettkampf zwischen Oberdorf und Aussiedlerhöfe, der eindeutig zugunsten der Aussiedler ausfiel.

Auf dem benachbarten Sportplatz begrüßten wir den Trainer der Grebendorfer Mannschaft. Dieser stellte uns den Rasenplatz für ein Spiel Mädchen/Frauen gegen die Männer zur Verfügung. Alle stürmten auf den Platz und es entwickelte sich ein munteres Spielchen, bei dem alle ihren Spaß hatten.

Danach ging es wieder zum Ausruhen an den See. Einige nutzten die Gelegenheit mit dem Schiff eine Rundfahrt zu machen oder sich in einer zweiten Boulerunde zu betätigen. Hierbei zeigte unsere Charlotte, dass sie ein wahres Naturtalent ist. Obwohl zum ersten Mal in der Bahn, erzielte sie ein ums andere mal wichtige Punkte.

Nun war es Zeit zurück zu fahren, um der deutschen Mannschaft bei ihrem ersten Spiel gegen Portugal zuzuschauen. Zuvor war noch mal Bowling angesagt. Hierbei gelang es diesmal unserer Lulu den Trainer bei einem 2er Wurf mit 17 Zähler zu besiegen. Auch hier Gratulation.

Nach dem Abendessen fanden sich alle vor dem Fernseher ein. Alle waren gespannt, wie es ausgehen wird. Mit Deutschlandfahnen und den Farben ins Gesicht gemalt beobachteten alle das Spiel. Mancher fachmännische Kommentar von unseren Mädels zeigt, dass sie in den letzten Jahren doch was dazu gelernt haben. Letztendlich konnten wir dann doch gemeinsam den 1:0 Sieg der deutschen Mannschaft feiern.

Drei schöne und unterhaltsame Tage gingen zu Ende. Am nächsten Tag fuhren alle müde, aber zufrieden nach Hause.

Ich möchte mich an der Stelle ganz besonders bei den Mädels und ihren mitgereisten Geschwistern bedanken, die sich an diesem Tagen tadellos benommen haben und uns Erwachsene viel Freude gemacht haben. Danke auch an alle Erwachsenen, die sich ebenso tadellos benommen haben und für die Unterstützung während des Aufenthalts.
Mein besonderer Dank gilt aber Marion Exner, die mit viel Engagement und Herzblut diese Reise organisiert und gemanagt hat. Wie heißt es so schön: Gerne wieder!!
(Robert Hoffmann)

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